Grundlage – Warum

  • Argentinien

    • Fläche: 2.780.400 km²
    • Einwohner: 44.044.811
    • Bevölkerungsdichte : 5,84 hab./km²
    • BIP: USD 927.875 Millionen
    • BIP pro Einwohner: USD 22.404

Bevölkerungsdichte

In Argentinien ist ein reiches und sehr vielfältiges Spektrum von Naturressourcen (Öl, Erdgas, Kohle, Edelmetalle, Mineralsalze) zu finden, und aufgrund der geografischen Besonderheiten spielen auch Viehzucht und Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Dennoch lebt, laut offiziellen Angaben, ungefähr ein Drittel der argentinischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Nach inoffiziellen Angaben sind die Zahlen deutlich größer.

 

Schon seit der Kolonialzeit exportiert Argentinien Mineralien und Lebensmittel. Durch den erhöhten Arbeiterbedarf an den Häfen von Rosario und Buenos Aires zogen bestimmte Sektoren der im Inland ansässigen Bevölkerung in die Städte, um dort eine bessere Lebensqualität zu finden. Aufgrund der verschiedenen Maßnahmen in der internationalen
Exportagrarpolitik haben sich im Laufe der letzen 30 Jahre die Aufgaben im Bereich der Lebensmittel und der Arbeiter in wenigen Händen des privaten Sektors konzentriert, wodurch viele Familien arbeitslos wurden. Außerdem wurden in den letzten Jahren viele Familien aus den ländlichen Gebieten in die Ballungsräume gedrängt, vorwiegend aufgrund der Entwicklung des massiven Bergbaus und des zunehmenden Anbaus der Monokultur Soja.

Nach ihrer Ankunft in der Stadt werden viele Familien nicht in den Arbeitsmarkt eingegliedert, da sie weder über finanzielle Mittel noch über die nötige Ausbildung verfügen, wodurch sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und sich häufig in prekären Villas Miseria (Marginalsiedlungen) niederlassen, wo ihnen die grundlegendsten Leistungen fehlen. Die Familien der Villas Miseria wohnen auf engstem Raum und meistens ohne Anschluss ans Strom-, oder Wassernetz, ohne Müllabfuhr, medizinische Versorgung und Bildungseinrichtungen.

 

Von diesen Umständen ist das Leben der Kinder und Jugendlichen, die die Mehrheit der armen Bevölkerung darstellen, besonders geprägt. Nach Angaben des argentinischen Statistikamtes INDEC (Nationales Institut für Statistik und Volkszählung) leben 47 % der argentinischen Kinder unter 14 Jahren unterhalb der Armutsgrenze. Nur 60 % aller Kinder beenden die Schule und mehr als 422.000 Kinder brechen ihre Schulzeit nach der Grundschule ab. Die Kinderarbeitsquote beträgt 31 %.

Armut und Bedürftigkeit/Einwohner. INDEC 2017

Solche Statistiken zeigen, dass Armut, Bedürftigkeit, Unterernährung usw. in Argentinien ständig wachsen, wo sich die Villas Miseria bei jeder wirtschaftlichen Krise vervielfachen und wo es politisch wichtiger erscheint, ein Auto mit Biodiesel vollzutanken als ein Kind richtig zu ernähren.
Die soziale Vernachlässigung und fehlende Perspektive führt in vielen Fällen zum Abfallsammeln zur Überlebenssicherung, zu innerfamiliärer Gewalt, Sucht, Kriminalität usw.
Eine Erniedrigung des Individuums durch den Verlust seiner Werte und seiner Würde. In diesen Marginalsiedlungen finden sich Familien, die seit über sechs Generationen von Unterernährung, Anämie, Missbildungen und Behinderungen betroffen sind.